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Über ÖKO-TESTÜber ÖKO-TEST

Erfolge: 25 Jahre, 3.000 Tests, 100.000 Produkte

Als ÖKO-TEST im April 1985 zum ersten Mal erschien, gab es noch keine PCs, kein Internet, kein E-Mail. Dafür gibt es heute viele der Schadstoffe von damals nicht mehr - auch wenn neue Schadstoffe dazugekommen sind. Eine ÖKO-TEST-Erfolgsgeschichte:

Magazin
1985

Das erste ÖKO-TEST-Magazin erscheint im April 1985 mit den Tests Wasserfilter, Wein und Äpfel waschen. Seither haben wir über 3.000 Tests durchgeführt und von Abbeizmitteln bis zu Zuckerersatzstoffen weit über 100.000 Produkte und Dienstleistungen unter die Lupe genommen.

Beim Test "Äpfel waschen" interessierte uns unter anderem, ob sich Blei von der Schale entfernen lässt. Das giftige Schwermetall stammte überwiegend aus bleihaltigem Benzin. Das wurde Jahre später durch unverbleites ersetzt und noch ein paar Jahre später verboten. Doch auch mit unverbleitem Benzin waren wir anfangs nicht zufrieden. Unser Test ergab, dass es große Mengen krebserregendes Benzol enthielt. Unsere Untersuchung löste eine kontroverse Diskussion aus - und endete in einer gesetzlichen Beschränkung der Benzolgehalte.

1986
"ÖKO-TEST-Leser dürfen weiterhin auch Bratwurst essen", hatten wir im ersten Heft geschrieben. "Sie sollten allerdings auch auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten." Schon 1986 stellte sich jedoch die Frage: Was ist gesund? Der Atomreaktor in Tschernobyl war explodiert und hatte halb Europa radioaktiv verseucht. Plötzlich waren H-Milch und Dosengemüse angesagt, wo wir vorher frische Lebensmittel empfohlen hatten.

1987
Die Nachwirkungen des Supergaus in Tschernobyl sind bis heute zu messen. So ist die radioaktive Belastung von vielen Wildpilzen immer noch erhöht. Andere Probleme sind glücklicherweise gelöst. Im April 1987 schickten wir 170 Sprays, - vom Haarspray bis zur Bügelhilfe - ins Labor. Zwei Drittel enthielten als Treibgas FCKW. Inzwischen sind die Ozonkiller verboten, doch es wird noch Jahrzehnte dauern, bis sich das Ozonloch wieder schließt.

1988
Ein weiterer Stoff, der von uns immer wieder kritisiert wurde und inzwischen verboten ist: krebserregende polychlorierte Biphenyle. Die so genannten PCB wurden zum Beispiel als Fugenmassen oder als Hydraulikflüssigkeit verwendet. Auch Kondensatoren in Leuchtstoffröhren enthielten PCBs, die mit der Zeit heraustropften. Im Juni 1988 berichteten wir am Beispiel der Stadt Marburg über das Gift an der Decke. Das machte andere Städte hellhörig. Quer durch die Republik wurden Lampen ausgetauscht. Das damalige Bundesgesundheitsamt schloss sich unserer Empfehlung an, unverzüglich alle beschädigten Kondensatoren zu ersetzen.

1989
Yuppies stehen auf braun. Emanzen stehen auf braun. Schicki-Mickis stehen auf braun. Ökos stehen auf braun. Aber die Kunstsonne aus dem Studio hat ihre Schattenseiten. Schon 1989 warnten wir vor Krebs aus dem Solarium. Inzwischen ist das Wissen um die Gefahren Allgemeingut. Doch noch immer gibt es viele Hardcore-Nutzer, und die Studiobesitzer wollen von einem Label, das ihnen einen verantwortungsvollen Betrieb attestiert, nichts wissen.

1990
ÖKO-TEST wirkt, bei Firmen, Behörden, Städten, Umweltgruppen, bei den Menschen. In jedem Heft dokumentieren wir das mit unseren "Nachwirkungen". Die folgenden erschienen im November 1990.

Für unseren Badeseen-Test im Juni haben wir die Wasserqualität von 34 verschiedenen Seen untersucht. Uns interessierten dabei - neben der organischen Belastung des Wassers - die Messwerte für Phosphat und Pestizide. Die Ergebnisse für den Wittensee und den Westensee in Schleswig-Holstein luden nicht gerade zum Baden ein.
Für die Ortsgruppe Rendsburg des BUND kam der ÖKO-TEST Badeseen gerade recht. Man sei es leid gewesen, die stinkenden, überdüngten Seen Jahr für Jahr als hervorragende Badeseen angeboten zu bekommen. Allen Gemeinden an den beiden Seen schickten die Naturschützer die (schlechten) Ergebnisse unserer Messungen. Die erste Reaktion der Gemeinden: Empörung, wie es eine Zeitung wagen kann, ungefragt die Wasserqualität eines Sees zu überprüfen. Eine einmalige Untersuchung habe überdies keine Aussagekraft. Immer wieder wurde auch auf das Kreisgesundheitsamt verwiesen, dessen laufende Untersuchungen keine Zweifel an der guten Qualität des Wassers zuließen. Der BUND gab sich damit nicht zufrieden. Er organisierte eine eigene Langzeituntersuchung. Nicht nur am Wittensee, auch in kleineren Seen des Landkreises wurden dabei mehr Kolibakterien im Wasser gemessen, als der EG-Grenzwert in Badeseen erlaubt. Reihenweise wurden daraufhin die Badestellen geschlossen. Kommentar der Rendsburger Kreisgruppe: Herzlichen Dank für den Bericht, der bei uns für Klarheit gesorgt hat.

Asbest aus dem Wasserhahn, unter dieser Überschrift warnten wir bereits im März 1989 vor den krebsverdächtigen Fasern im Trinkwasser. Wir wiesen daraufhin, dass noch rund l6.000 Kilometer Wasserrohre in der Bundesrepublik aus Asbest sind. Die heimtückischen Fasern können sich bei kalkarmem Wasser aus den Rohren lösen. Wenn das Wasser mehr als eine Million Fasern pro Liter enthält, muss es gefiltert werden. Ein Mitarbeiter des Fraunhoferinstitutes in Schmallenberg argwöhnte schon damals in einem Gespräch mit der Redaktion, dass dieser Wert in manchen Gemeinden überschritten wird. Die Tageszeitung (taz) fand unsere Warnungen zum Thema Asbest zunächst übertrieben und sprach von einem Flop. Kurz darauf bestätigte sie unsere Recherchen in einer Berichtigung. Inzwischen zeigen aktuelle Messungen die Brisanz des Themas.
Meerbusch bei Düsseldorf: Elf Millionen Asbestfasern pro Liter wurden jetzt in einigen Stadtteilen von Meerbusch bei Düsseldorf gemessen. Die Stadtverwaltung wollte die Sache zunächst herunterspielen und signalisierte keine Gesundheitsgefährdung. Sie musste sich jedoch vom Bundesgesundheitsamt (BGA) einen besseren belehren lassen Das Meerbuscher Wasser verstößt, so das BGA, eindeutig gegen die Bestimmungen des Lebensmittelgesetzes. Die Bevölkerung muss nun über eine Notversorgung mit Trinkwasser aus dem benachbarten Düsseldorf versorgt werden. Da, wo in Meerbusch Asbestrohre im Boden liegen, müssen sie ausgetauscht werden.

Orangensaft stand im Märzheft auf dem Prüfstand. Neben der Frage, ob die Fruchtsäfte gepanscht werden, interessierte uns auch die Verpackung der Getränke. Das Ergebnis war enttäuschend: Die meisten Marken-Orangensäfte werden nicht in Pfandflaschen angeboten.
Die Firma Eckes Fruchtsäfte will ihre Marken Hohes C und Dr. Koch´s künftig verstärkt in Pfandflaschen anbieten. Dafür sollen spezielle standardisierte Flaschen entwickelt werden, wie der Verbraucher sie bereits vom Mineralwasser kennt. Nach Angaben der Firma wurden allein im letzten Jahr noch 192 Millionen Saftflaschen für den einmaligen Gebrauch verkauft.

Wo kann im Haushalt Wasser gespart werden? Hinweise dazu gab unsere Checkliste Wassersparen im Juniheft.
Angeregt durch unsere Tabelle zum Wassersparen hat unser Leser Olivier Brasseur aus Aachen eine Anlage konstruiert, mit der sich Duschwasser wiederverwerten lässt. In dem Aachener Haushalt wird das Wasser aus der Brause nach dem Gebrauch in einen Behälter geleitet, der 60 Zentimeter höher als die Toilette liegt. Über einen Schlauch fließt das Nass dann in den Wasserbehälter der Klospülung. Der Familienvater konnte durch diesen Eigenbau, der ihn 100 Mark gekostet hat, den Wasserverbrauch der Familie von 320 auf 240 Liter am Tag senken. Das sind aufs Jahr gerechnet 19.200 Liter und eine Ersparnis von rund 130 Mark.

1991
Wer längere Zeit direkt unter einer Halogenlampe sitzt oder liegt, läuft Gefahr, einen Sonnenbrand davonzutragen und erhöht das Hautkrebsrisiko, berichteten wir im Juni 1991. Hersteller und viele Wissenschaftler bestritten die Gefahr. Doch ein Jahr später bekamen wir Rückendeckung von der Universität Genua: Dort hatten Mäuse unter Halogenlampen Hauttumore bekommen. Längst ist unser einfacher Lösungsvorschlag von damals Standard bei der Herstellung: Eine Glasplatte vor der Lampe hält das krebserregende UV-Licht zurück.

1992
Heute kann man nur noch darüber lachen, aber damals wurden wir teilweise heftig kritisiert, weil für viele Öko und Mode nicht zusammenpassten. Dabei waren wir nur unserem Motto der ersten Ausgabe treu geblieben und hatten unseren Lesern die schönste Seite der Ökologie gezeigt. Im Wonnemonat Mai stellten wir 1992 die ersten Kollektionen von Naturmodeanbietern vor - und zwar so, wie es sich gehört: auf dem Laufsteg. Längst ist Naturmode salonfähig geworden - selbst konventionelle Versender haben "Öko-Modelle" im Katalog.

1993
Dass Spritzgifte in Babynahrung stecken, hatten wir bereits im November 1993 geschrieben. Im Mai 1994 gelang uns mit einer von uns neu entwickelten Untersuchungsmethode endlich der Nachweis in Gläschen von Schlecker, Aldi und Milupa. In einigen Proben war sogar der gesetzliche Grenzwert mehrfach überschritten. Zunächst lief es ganz typisch: Man drohte mit Millionenklagen. Dann wurden sämtliche belastete Gläschen ruck, zuck aus den Regalen genommen. Heute sind Babys vor Spritzgiften geschützt, weil nach diesem Skandal die meisten Hersteller auf ökologisch angebaute Zutaten umgestellt haben.

1994
"Krebs statt Schuppen" fragten wir im August 1994. Der Grund: Teerhaltige Schuppenshampoos sind zwar einerseits sehr wirksam, enthalten aber große Mengen krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. In unserem Test kritisierten wir auch die Haltung der bundesdeutschen Behörden. Statt den Wirkstoff für Kosmetika zu verbieten, schoben sich Länder-Beamte und Bundesgesundheitsamt gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Doch nach der ÖKO-TEST-Kritik bekam das Bonner Gesundheitsministerium offenbar kalte Füße. "Die oberste Behörde verabschiedete kürzlich die 24. Änderung der Kosmetik-Verordnung. Darin wird Steinkohlenteer als Wirkstoff in Kosmetik künftig verboten", konnten wir im Juni 1995 berichten. Ab 1. Juli 1997 war der Verkauf der Produkte dann endgültig verboten.

Magazin
1995

Wir feiern zehnjähriges. 1995 war das. Das Heft hieß inzwischen ÖKO-TEST - Magazin für Gesundheit und Umwelt. Mottenschutzmittel, Fotovoltaikanlagen, schwarzer Tee und Babysäfte standen auf dem Testprogramm. Mit bösen Überraschungen. Ein Teil der Säfte enthielt erhöhte Mengen Arsen. Betroffen waren nur klare Säfte, nicht die naturtrüben, weil das Gift aus den Filtern stammte. Praktisch über Nacht stellten die Hersteller nach unserem Test die Produktion um.

1996
Immer wieder hatten wir in Kleidung, Babylätzchen oder Krabbeldecken krebserregende Farbstoffbestandteile, so genannte aromatische Amine gefunden. Ein Verbot sollte 1995 in Kraft treten. Es wurde zweimal verschoben, weil die Industrie behauptete, keinen Ersatz zu haben. Im Oktober 1996 war es dann so weit - aber nicht weit genug. Wir kritisierten unter anderem, dass die Überwachungsbehörden die Krebsgifte nur zur Kenntnis nehmen dürfen, wenn mindestens 30 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) nachzuweisen sind, 29 gelten als nicht vorhanden. Das hat nichts mit den gesundheitlichen Risiken zu tun, sondern mit der so genannten Nachweis- und Bestimmungsgrenze der Labore. Unsere Labore konnten allerdings schon fünf Milligramm der gefährlichen Farben sicher nachweisen. Weil die Vorschriften so lasch sind, findet ÖKO-TEST noch heute - fast 15 Jahre nach dem Verbot - regelmäßig verbotene aromatische Amine. Manchmal sogar mehr als 30 mg/kg.

1997
Es gleicht einer Sisyphusarbeit. Kaum ist ein Schadstoff verschwunden, taucht der nächste auf. Gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel gibt es viele gute Argumente. Doch wenn so viel Geld im Spiel ist wie bei der Gentechnik, lässt sich die Industrie kaum stoppen. Und so kam es, wie es kommen musste: Im September 1997 wiesen wir als Erste nach, dass auch Lebensmittel auf dem deutschen Markt Gen-Soja enthalten. Es waren ausgerechnet Nuss-Nougat-Cremes, die für manche Kinder ja beinahe ein Grundnahrungsmittel sind.

Die ersten sind wir im gleichen Monat auch beim Thema Sicherheit von Autokindersitzen. Die werden nur auf ihre Schutzwirkung beim Frontal- und beim Heckaufprall untersucht. Die viel größere Gefahr besteht jedoch beim seitlichen Aufprall. ÖKO-TEST lässt weltweit erstmalig Seitencrashtests durchführen. Und viele "ausgezeichnete" Sitze fallen krachend durch. Was folgt? Von Herstellern und "Experten" werden wir für unseren Test kritisiert, er sei nicht "normgerecht". Doch ein paar Jahre später ist der Seitenaufpralltest zum Standard geworden.

1998
Ähnlich beliebt wie der süße Brotaufstrich bei Kindern ist bei der Industrie jener Stoff, aus dem Fensterrahmen gemacht werden und Stromkabel, Abdeckplanen und Spielzeug, Abwasserrohre, Infusionsschläuche und Fußböden. Es gibt kaum etwas, für das er sich nicht eignet, sagen seine Befürworter. Wir bemängeln dagegen schon seit vielen Jahren, dass er nur durch Weichmacher geschmeidig wird, die im Tierversuch Schäden an der Leber und den Fortpflanzungsorganen verursachen. Der Stoff heißt Polyvinylchlorid, besser bekannt als PVC. Wir haben PVC mitsamt Weichmachern, so genannten Phthalaten, im Januar 1998 in Beißringen für Babys gefunden. Unser Test zeigte gleichzeitig, dass es Alternativen gibt. Jetzt dauerte es "nur" noch zwei Jahre, bis der Gesetzgeber reagierte und Phthalate in Beißringen EU-weit verboten wurden.

1999
ÖKO-TEST hat begonnen, Versicherungen, Geldanlagen und Finanzdienstleistungen zu untersuchen. Unser Test Reisekrankenversicherungen landet vor Gericht. Wir hatten einige Klauseln in den Verträgen des Deutschen Ring beanstandet und die Versicherung mit "eingeschränkt empfehlenswert" benotet. Der Verbraucherschutzverein Berlin hatte daraufhin den Deutschen Ring verklagt. Das Oberlandesgericht Hamburg erklärte daraufhin zwei der drei von uns beanstandeten Klauseln für unwirksam.

2000
April 2000: Jetzt gibt es ÖKO-TEST 15 Jahre. Zur Feier des Jubiläums sagt unser neuer Untertitel, was wir mit unserer Zeitschrift bewirken wollen: Dass unsere Leser - und selbstverständlich auch alle, die ÖKO-TEST noch nicht lesen - "Richtig gut leben". Im Test waren Duschgele für Männer, Erdnüsse, Wasserstaubsauger, WC-Erfrischer, Babyschalensitze. Und Brühwürstchen. In zwei von 16 Proben fanden unsere beauftragten Labore Gewebe, das vom zentralen Nervensystem stammt und mit BSE-Erregern infiziert sein kann. Es gelangte in die Wurst, weil für die Herstellung von Konservenbrühwürstchen so genanntes Separatorenfleisch verwendet werden durfte, das maschinell von den Knochen heruntergeschabt wurde. ÖKO-TEST forderte daher, Separatorenfleisch zu verbieten. Doch diese Forderung ging damals noch ebenso unter wie die brisanten Testergebnisse. Bis am Jahresende 2000 das erste deutsche Rind an BSE erkrankte.

Magazin
2001

Das Jahr beginnt mit einem Paukenschlag aus drei Buchstaben: BSE. Es wird Gewissheit, was alle wussten, die ihren Kopf nicht in Tiermehl stecken wollten: Deutschland ist keine BSE-frei Zone mehr. Daraufhin bricht der Rindfleischmarkt völlig zusammen. Und in kürzester Zeit wird - wie von uns ein halbes Jahr vorher gefordert - das riskante Separatorenfleisch verboten.

Doch ÖKO-TEST will es nicht bei der Panik und Ratlosigkeit der Verbraucher belassen. Jetzt gibt es nur eine Frage, schreiben wir: Was tun? Unsere Antwort: Man muss nicht Vegetarier werden, sondern darf der Fleischeslust - mit Bedacht - frönen. Das ÖKO-TEST Motto "Richtig gut leben" lässt sich auch in den Zeiten des Wahnsinns noch mit Fleisch verwirklichen. Ein Rindersteak vom Bio-Bauern oder aus artgerechter Tierhaltung bietet nicht nur ein Höchstmass an BSE-Sicherheit, sondern ist auch nicht mit Medikamenten verseucht, schmeckt so aromatisch, dass es kaum noch Gewürze braucht und schrumpft beim Braten nicht um die Hälfte zusammen.

2002
"Seit einigen Wochen", schreiben wir in unserer Mai-Ausgabe, "wird das ÖKO-TEST-Magazin von einer beispiellosen Prozesslawine überrollt. Ziel der Attacken soll es offenbar sein, uns mundtot zu machen. Doch wir setzen uns gegen die falschen, teilweise skurrilen Vorwürfe erfolgreich zur Wehr - und verklagen jetzt selbst dreiste Hersteller ebenso wie inkompetente Richter."

Damit hatte offenbar niemand gerechnet, und der Schuss der Hersteller ging bös nach hinten los. In einem Prozess um das verbotene Antibiotikum Chloramphenicol in Shrimps, der uns zunächst eine einstweilige Verfügung eintrug, bescheinigte uns das Gericht am Ende hohe Kompetenz und erklärte, dass die von ÖKO-TEST "angewandte Messmethode die nach dem momentanen Stand der Technik aufwendigste und modernste Messmethode überhaupt ist". Außerdem bekamen wir von der Firma, die uns verklagt hatte, rund 23.000 Euro Schadensersatz.

2003
Trotz aller Erfolge müssen wir immer wieder mit altbekannten Problemstoffen beschäftigen, und es kommen ständig neue dazu - zum Beispiel Acrylamid, Semicarbazid, Furan, 2-EHA und Sudanrot. Zunächst konnten wir gar nicht glauben, dass jemand auf die Idee kommt, den krebserregenden Farbstoff Sudanrot in Chili und Paprika zu mischen, nur damit diese Gewürze noch feuriger aussehen. Wir können auch nicht verstehen, warum es einige Pommeshersteller zwei Jahre nach der Entdeckung von Acrylamid nicht geschafft haben, die empfohlene Backtemperatur zu senken. Denn das krebsverdächtige Acrylamid bildet sich - ebenso wie Furan - beim Erhitzen vieler Lebensmittel, und unsere Tests zeigten, dass sich die Gehalte bei geringeren Temperaturen drastisch verringern. Ungläubig schüttelten wir auch Jahre später wieder den Kopf, weil die Produzenten noch immer nicht mit den Problemen Semicarbazid und 2-EHA fertig werden. Denn es ist seit langem bekannt, dass die beiden gesundheitsschädlichen Stoffe, die sich in Gläschenkost ebenso finden wie in Honig oder eingelegten Gurken, bei der Herstellung von Deckeldichtungen entstehen. Und so können wir mit unseren Tests nur immer wieder auf die Probleme hinweisen - und nicht locker lassen, so lange, bis wieder ein Schadstoff aus unserer Datenbank verschwindet.

2004
Viele Jahre lang haben wir Shampoos, Cremes, Parfüms, Waschmittel und Weichspüler auf so genannte Nitromoschus-Duftstoffe untersucht. Die sind in der Umwelt ebenso nachweisbar wie in der Muttermilch. Dennoch brauchte die EU bis zum Jahr 2004, um die Verwendung von zwei dieser Verbindungen zumindest einzuschränken. Eine weitere hatte sie bereits 1997 verboten - sie wurde damals ohnehin kaum mehr eingesetzt.

2005
Viel Aufsehen haben unsere Vaterschaftstests im November 2003 und die nachfolgenden Prozesse erregt. Einige der getesteten Labors wollten herausgefunden haben, dass der jüngere Bruder von Chefredakteur Jürgen Stellpflug sein Vater sei. Es folgte - ein Prozess, den wir zunächst verloren, vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Ende aber vollständig gewannen.

2006
Wieder so eine Schadstoff-Hängepartie. Über zehn Jahren lang kritisierte ÖKO-TEST das Konservierungsmittel Euxyl K 400 in Kosmetika. Die halogenorganische Verbindung, korrekt Methyldibromoglutaronitril genannt, sollte das - unter tätiger Mithilfe von ÖKO-TEST - in Verruf geratene Formaldehyd ersetzen. Doch damit trieben die Kosmetikhersteller den Teufel mit Belzebub aus. Euxyl K 400 löst häufig Allergien aus. Trotzdem wurde der Einsatz erst im Jahr 2004 eingeschränkt, und 2006 schließlich ganz verboten.

2007
"Endlich strahlungsarme Geräte" überschreiben wir unseren Test DECT Schnurlos-Telefonen im Mai 2007. Zum ersten Mal bekommen nicht alle untersuchten Homehandys das schlechteste Testurteil. Denn einige sind keine Dauersender mehr und verursachen dadurch weniger Elektrosmog. Das hatten wir schon bei unserem ersten Test von DECT-Telefonen im Jahr 1996 gefordert. Doch lange weigerten sich die Hersteller, die Dauersender abzuschalten - aus Bequemlichkeit. Denn an einen DECT-Apparat kann man mehrere Handgeräte anschließen, die untereinander kommunizieren können. So kann sich eine Familie gleichmäßig im Haus verteilen und per Handgerät kreuz und quer miteinander plaudern. Zur gleichen Zeit kann mit einem Handgerät nach draußen telefoniert werden. Dafür muss die Basisstation aber ständig mit dem Handgerät in Kontakt bleiben. Ansonsten dauert es einen Moment, bis eine Verbindung hergestellt ist. Der Nachteil: die Elektrosmog-Belastung ist weit höher als bei Handys - und das 24 Stunden am Tag.

2008
Unser Test Energiesparlampen schlägt hohe Wellen. Das Ergebnis: Sie sparen viel weniger Energie als behauptet, machen schlechteres und ungesünderes Licht als Glühbirnen, erzeugen Elektrosmog und gehen viel zu schnell kaputt. Eine Übergangstechnologie, wie selbst die Hersteller hinter vorgehaltener Hand zugeben.

In den unendlichen Weiten des Internets melden sich daraufhin ÖKO-TEST-"Hasser" zu Wort, deren Welt offenbar zusammenstürzt. Auf www.utopia.de erklärt Mewa0298: "Ich habe ÖKO-TEST nie als seriös empfunden." ah-tonius ergänzt: "Ich habe das Abo der ÖKO-TEST schon vor einigen Jahren gekündigt. Ich vertraue den Tests der ÖKO-TEST nicht." Noki schreibt: "Ich habe mich ebenfalls schon öfters über ÖKO-TEST gewundert, über manche Testergebnisse, und frage mich, ob da wirklich ökologisches Interesse dahinter steckt oder vielleicht jemand anders." Noch deutlicher artikuliert Manfred auf www.taz.de den Verdacht, dass es bei dem Test nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. "Vielleicht wurde ÖKO-TEST (wieder mal?) von irgendwelchen Interessenverbänden bezahlt?"

Hersteller erklären uns für unfähig. Die Firma Megaman fragt: "Lässt sich ÖKO-TEST von Energiesparlampen-Gegnern manipulieren?" Und antwortet: "Ein Baubiologe und ein Ganzheitsmediziner profilieren sich mit zweifelhaften Argumenten." Lobbyisten wie der Zentralverband der Elektrotechnik und Elektronikindustrie bezeichnen unseren Test als "verantwortungslos". Grund: die Messmethoden entsprächen nicht der Norm. Ein Totschlagargument, das wir hören, seit es ÖKO-TEST gibt - siehe Autokindersitze 1997. Denn wir weichen oft von den Normen ab. Wichtig ist für uns nämlich nicht, ob Testmethoden einer Norm entsprechen, sondern dass die Ergebnisse richtig sind und dem vorbeugenden Gesundheitsschutz der Verbraucher Rechnung tragen.

Einen Fehler kann uns denn auch niemand nachweisen. Im Februar 2009 wird dann das von der EU beschlossene Verbot von Glühbirnen völlig ad absurdum geführt. Denn Quecksilber soll weltweit aus dem Verkehr gezogen werden. Für Energiesparlampen muss allerdings eine Ausnahme gemacht werden, denn die funktionieren ohne den hochgiftigen Stoff nicht.

Magazin
2009

ÖKO-TEST wirkt und verändert. Das zeigen auch zwei - nicht von uns in Auftrag gegebene - Studien. Das Nürnberger Marktforschungsunternehmen Konzept & Analyse fragte gemeinsam mit dem Onlinepanel-Betreiber Respondi 1.000 Deutsche zwischen 14 und 69: "Welches der gezeigten Siegel ist Ihnen bekannt/haben Sie schon einmal gesehen?" 81% der Befragten kannten demnach das ÖKO-TEST Siegel. Bekannter war mit 87% nur das staatliche Bio-Siegel.

Des weiteren wurde gefragt: "Welchem Siegel vertrauen Sie am meisten"? Auf Platz 1 landete mit 36% der Befragten ÖKO-TEST. Mit lediglich 21% landete das staatliche Bio-Siegel auf dem 2. Platz.

Auch im Versicherungsbereich sind die Test-Urteile von ÖKO-TEST nicht nur einer breiten Bevölkerungsschicht bestens bekannt, sondern sie genießen auch das höchste Vertrauen. Das jedenfalls fand das renommierte Marktforschungs- und Beratungsinstitut Psychonomics AG in seiner Schwerpunktstudie "Tests, Ratings und Gütesiegel" heraus. Untersucht haben die Kölner Meinungsforscher die Akzeptanz, Bekanntheit und Vertrauenswürdigkeit von Gütesiegeln und Testurteilen zu einzelnen Versicherungsprodukten und Versicherungsunternehmen aus Kundensicht sowie deren Einfluss auf konkrete Abschlussentscheidungen. Repräsentativ befragt wurden über 2.300 private Versicherungsnehmer ab 16 Jahren zu den Urteilen von Capital, Euro, Finanztest, Fitch Ratings, Focus Money, Franke und Bornberg, Kubus, map-report, Morgen & Morgen, ÖKO-TEST, ServiceRating, Standard & Poors, Stern, TÜV, Welt am Sonntag und Wirtschaftswoche. Ergebnis: Absoluter Spitzenreiter in der Rubrik "besondere Vertrauenswürdigkeit" ist das Gütesiegel von ÖKO-TEST, das gleiche gilt für den Bekanntheitsgrad.



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